Gut besuchter Info- und Diskussionsabend „Junges Wohnen“ im Circus Maximus

Wie kann die Wohnsituation junger Menschen in Koblenz verbessert werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Informations- und Diskussionsabends „Junges Wohnen“, zu dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Koblenz am 20. Januar 2026 in den Circus Maximus eingeladen hatten. Zahlreiche Interessierte – insbesondere junge Erwachsene, Studierende und Engagierte aus der Stadtgesellschaft – diskutierten mit Carl-Bernhard von Heusinger, Landtagsabgeordneter und Stadtrat, sowie Dr. Andreas Lukas, Baudezernent der Stadt Koblenz, über Wege zu mehr bezahlbarem Wohnraum.

Auch Vertreterinnen der Koblenzer Hochschullandschaft brachten ihre Perspektiven ein: Heather Kuchera (Integrationsassistenz an Hochschule und Universität Koblenz) und Frederike Klar (Studierendengemeinschaft für Gesellschaftsgestaltung e.V. der HfGG) schilderten die besonderen Herausforderungen für Studierende – insbesondere mit Blick auf steigende Mieten, unsichere Wohnverhältnisse und fehlende Angebote für junge Menschen.

Carl-Bernhard von Heusinger machte deutlich, dass Wohnen eine zentrale soziale Zukunftsfrage ist:

„Wohnen ist eine gesellschaftliche Querschnittsaufgabe. Es verbindet Klimaschutz, Mobilität und Lebensqualität. Gerade für junge Menschen entscheidet sich hier, ob sie in einer Stadt bleiben können oder wegziehen müssen. Als Grüne denken wir Wohnen ganzheitlich – generationengerecht, sozial und klimaverträglich.“ Neben dem Neubau müsse stärker auf gemeinschaftliche Wohnformen, Nachverdichtung, Umnutzung und die Aktivierung bestehenden Wohnraums gesetzt werden.

Andreas Lukas hob das Engagement junger Menschen in Koblenz hervor: „Ich bin beeindruckt von der Energie und dem Verantwortungsbewusstsein vieler junger Menschen, die sich aktiv für bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Die Stadt Koblenz ist sich ihrer Verantwortung bewusst und hat mit dem Bebauungsplan für das neue Wohnquartier auf der Niederberger Höhe und dem Übertragungsvertrag für das Quartier Moselbogen im vergangenen Jahr zwei konkrete Projekte auf den Weg gebracht.“

Friederike Klar stellte das Hausprojekt der Studierendenschaft vor, das kurzfristiges Wohnen für Pendelnde ermöglicht und gemeinschaftliches Leben fördert. Sie betonte: „Gemeinnützige Initiativen haben es auf dem Wohnungsmarkt besonders schwer. Das Grundbedürfnis Wohnen darf nicht dem Markt überlassen werden.“

Auch Heather Kuchera unterstrich die Bedeutung bezahlbarer und sicherer Unterkünfte, insbesondere für internationale Studierende, und sprach sich für den weiteren Ausbau studentischer Wohnheime aus.

Zum Abschluss bestand Einigkeit unter den Teilnehmenden: Koblenz braucht deutlich mehr bezahlbaren – insbesondere studentischen – Wohnraum, um jungen Menschen eine sichere und lebenswerte Perspektive in der Stadt zu bieten. Die Diskussion zeigte zugleich, dass es politische Gestaltungskraft braucht, um Wohnen sozial gerecht, klimafreundlich und zukunftsfest zu organisieren.