Vor dem Hintergrund der Energiekrise:

Grüne Koblenz drängen auf Einrichtung einer „Sozialen Taskforce“

Die Energiekosten sind aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine drastisch gestiegen. Unter diesen Preissteigerungen leiden insbesondere Menschen mit geringen Einkommen, die keine staatlichen Transferleistungen erhalten. Um diese Menschen in Koblenz stärker zu unterstützen, fordert der Koblenzer Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen die Einrichtung einer „Sozialen Taskforce Koblenz“.

Der Taskforce sollen nach Vorstellung der Grünen alle Akteur:innen angehören, die zur Bewältigung der Krise beitragen können. Hierzu zählen insbesondere Wohlfahrtsverbände, Energieversorger, Verbraucherschützer:innen, örtliche Banken, Hausbesitzende sowie Mieter:innenvereine. Die Taskforce soll Ideen entwickeln, wie Betroffene hinsichtlich der Beantragung von Wohngeld und Kinderzuschlägen beraten und wie Hinweise zur Energieeinsparung kommuniziert werden können. Wichtig ist den Grünen dabei, dass die Beratung mehrsprachig, stadtteilbezogen und bürgernah erfolgt. Außerdem soll die Taskforce auf die Einrichtung eines Sozialfonds bei der evm für in Not geratene Verbraucher:innen hinwirken.

Zu den Forderungen erklärt Christine Reeka, Mitglied des Kreisvorstandes der Koblenzer Grünen: „Insbesondere für Geringverdienende, die schon vor dem russischen Angriffskrieg äußerst sparsam haushalten mussten, ist die aktuelle Situation besonders belastend. Auch für ältere Menschen mit kleinen Renten sind die hohen Energiekosten ein großes Problem. Die Entlastungspakete der Bundesregierung sind daher wichtig, um die Bürger:innen in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Klar ist aber auch, dass wir nun auch auf kommunaler Ebene alle Hebel in Bewegung setzen müssen, um Menschen mit geringen Einkommen zu unterstützen. Eine Soziale Taskforce für Koblenz kann hier wichtige Unterstützungs- und Koordinierungsarbeit leisten.“

Anna-Brigitte Haars, Mitglied im Thementeam Soziales der Koblenzer Grünen und selbst in der Schuldner:innenberatung aktiv, fügt hinzu: „Die für viele Menschen nicht mehr kalkulierbaren Energiekosten sorgen dafür, dass die in Koblenz ohnehin schon überdurchschnittliche Verschuldungsquote privater Haushalte weiter steigen wird. Diese zunehmende Überschuldung bringt eine Vielzahl an sozialen und wirtschaftlichen Problemen mit sich: Die Obdachlosenzahlen und die Zahl der Privatinsolvenzen könnten zunehmen, örtliche Banken müssen mit Kreditausfällen, Energieversorger und Vermieter:innen mit Zahlungsausfällen rechnen. Dies gilt es unbedingt zu verhindern.“